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Die abenteuerliche Geschichte von Franky, Surfen und Marokko

Aktualisiert: 19. Juli 2019

Von der Konzernkarriere direkt an den Strand von Marokko

von Doris Gross www.sweetspotmag.de


Ein Leben in der Sonne, tĂ€glich von Sonnenstrahlen und Wellen umgeben. Urlaubern das Surfen beibringen und das Leben in voller GrĂ¶ĂŸe genießen, so sieht derzeit Franziska Sieglers Leben aus. So hat sie, die sich selbst Franky nennt, ihr Leben aber nicht immer gesehen. Stattdessen beschreibt sie ihr Leben vor Marokko eher als typisch deutsch und sehr stark auf FunktionalitĂ€t ausgerichtet.


Als Designerin im Esprit Konzern war sie es gewohnt, spĂ€t nach Hause zu kommen. FĂŒr Hobbys, Freunde und Selbstverwirklichung war nur Platz, wenn auch die Zeit dafĂŒr gegeben war. Als Ausgleich hatte sie aber dafĂŒr einen spannenden Job, der ihr eine gesicherte Zukunft bieten sollte – bis sie ihren Job verlor und damit ihr ganzes Leben sich Ă€nderte. „Ich hatte meinen ersten Solourlaub in Marokko in einem Surf Camp gebucht. Das war im September 2015. Noch in der ersten Woche beschloss ich, einfach hier zu bleiben. Das Land und die Leute hatten mich einfach fasziniert, Das Leben war hier so anders – so einfach und herzlich. Besonders in meinem kleinen Fischerdörfchen an der AtlantikkĂŒste. Der ausschlaggebende Grund um hier zu bleiben, war jedoch meine große Leidenschaft, das Surfen. Dieser Ort ist einfach ein Paradies fĂŒr Wellenreiter. Sonne, Meer, endlose StrĂ€nde und Wellen, Wellen, Wellen“.


FĂŒr ihren Traum von Freiheit hat Franziska ihr Leben mit Sicherheitsnetz aufgegeben. „Ich hatte gerade zwei Tage vor meinem Urlaub in Marokko meinen Job verloren und es bot sich mir einfach ein neues Leben an – ein Neuanfang ohne großes GrĂŒbeln; all das, was ich schon immer machen wollte. Losgelöst sein und frei. In dem Moment war ich mir des Risikos ehrlich gesagt nicht bewusst, aber ich spĂŒrte, dass es das richtige fĂŒr mich war. Einfach machen und hinein in das Abenteuer. „So lapidar es sich auch anhört, ich bin einfach aufgewacht und wusste, dass ich hierbleiben will; am Meer, surfen und der Leichtigkeit des Seins etwas nĂ€her kommen.


Nach eineinhalb Jahren lernte Franziska dann ihren Freund und spĂ€teren Businesspartner kennen, mit dem sie fortan nicht nur ihre Leidenschaft teilen, sondern ebenfalls ihren Traum leben konnte. „2017 machten wir unser Hobby zum Beruf und machten uns als Surflehrer mit einem kleinen, gemĂŒtlichen und typisch Marokkanischen Surf Camp in dem kleinen Fischerort Tamraght selbststĂ€ndig. Die Idee vom Surf Camp war um ehrlich zu sein nicht unbedingt mein Plan. Das hatte sich so ergeben. Eines fĂŒhrte zum anderen und es passte einfach perfekt. Wir haben alles selbst aufgebaut und ein Hotel eröffnet, welches im typisch marokkanischen Riad-Style designed ist. Ein tolles Team unterstĂŒtzt uns und wir haben eine tolle Zeit mit unseren GĂ€sten. Unser BĂŒro ist oft der Strand und das Meer – fĂŒr uns ein wahr gewordener Traum. Doch ist auch bei uns aller Anfang schwer. Das erste Jahr ist bekanntlich das hĂ€rteste. Nicht immer kommen GĂ€ste – und ab und zu ist auch stillstand. Das resultiert zwar ab und an in Kopfweh, aber ich glaube an unser Businesskonzept und an unser Surf Camp „Wave Gypsy Surf & Yoga“.


Privat hatte ich meine Herausforderungen eher mit kulturellen Unterschieden, wie beispielsweise dem Eingewöhnen in eine andere Wahrnehmung von Zeit. In Deutschland passieren Dinge pĂŒnktlich, in Marokko eher gemĂ€chlich. Entschleunigung wahrnehmen und annehmen. Hektik und Druck abfallen lassen. Das Ergebnis ist bei beiden Wegen das gleiche, aber das GefĂŒhl bis dahin ist entspannter. Aber natĂŒrlich auch das von vorne Anfangen und das Selbstvertrauen, dass man all das auch schaffen kann – sich selbst treiben lassen. Ich hatte keinen Plan parat, außer dem, dass ich surfen und raus wollte aus meinem alten Leben. Wenn ich eines also gelernt habe ĂŒber die letzten drei Jahre hier in Marokko, dann, dass sich am Ende ja alles irgendwie fĂŒgt. Mittlerweile bin ich entspannter und mehr bei mir – ganz im Marokko-Style. Ich lebe eher improvisiert und zweckmĂ€ĂŸig, aber bin in vielen Dingen trotzdem noch sehr deutsch; PĂŒnktlichkeit, Organisation. Da komme ich schon mit der MentalitĂ€t ab und zu an meine Grenzen, aber ich habe gelernt mit mehr Gelassenheit zu leben. Ebenso habe ich gelernt, dass ich alles erreichen und lernen kann, wenn ich nur will. Ich bin mein eigenes Limit.”


Franziska war schon immer etwas anders als die Anderen. Das Fing bei der Wahl der Kleidung an bis bis zu ihrem eigenen Kopf der immer die Dinge anders machen wollte als Andere es gemacht hatten. “Ein Designstudium wĂ€re damals nicht unbedingt das Studium gewesen, um einen erfolgreichen Job zu bekommen. Heute sieht das ja schon anders aus. Ich bin froh, dass ich mir immer treu geblieben bin und ich die Dinge so in die Hand nehme, wie sie mir liegen und nicht immer dem Gesellschaftsdruck folge. Das Surfen hat mir vor drei Jahren ein ganz neues GefĂŒhl von Freiheit gegeben. Im Meer fĂŒhle ich die Leichtigkeit und die Kraft. Das ist einfach perfekt. Ich liebe die Freiheit, Dinge zu tun, die ich mag. Es ist zwar auch hier nicht jeder Tag Urlaub, aber das Arbeiten erlebe ich hier entspannter. Auch wenn ich hier nicht jeden Tag immer nur surfen kann, weil ich eben doch auch wirklich arbeiten muss, ist es befreiend zu wissen, dass wenn gar nichts mehr geht, kann ich mir eben doch das Brett schnappen und ab ins “Meer ein Paar Wellen reiten.“ In einem Surf Camp zu leben, heißt aber auch stĂ€ndig von einer Community umgeben zu sein. „Anfangs treffen sich Fremde, die das gleiche Hobby teilen, aber schon nach kurzer Zeit wĂ€chst man zusammen und teilt die Begeisterung. So sind schon einige schöne Verbindungen zum Surfern entstanden, die anfangs hier als GĂ€ste angekommen sind und als Freunde abgereist sind.”

Das Surf Camp ist vielleicht erst der Anfang, ist sich Franziska sicher. „Wer weiß, was die Zukunft fĂŒr mich noch bereithĂ€lt. Ich habe hier gelernt offen zu sein und Möglichkeiten zu erkennen und umzusetzen. Ich spiele derzeit mit der Idee mein kleines Label Wave Gypsy weiter zu treiben und gestalten. Ich habe damit vor zwei Jahren hier in Marokko begonnen und bin immer noch fleißig dabei kreativ zu sein. Ich liebe es, mich von Marokko mit all seinen Farben inspirieren zu lassen. Ich lasse auch meine Freunde an meiner Entwicklung ĂŒber Instagram und Facebook teilhaben. Erstaunlicherweise scheint das sogar mehr Leute zu interessieren, als ich anfangs dachte. Mal sehen wohin mich das noch fĂŒhren wird.“


www.wave-gypsy.com

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